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Höhle Steigelfadbalm am Rigi-Südhang

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Aussicht aus der Höhle Steigelfadbalm

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Höhle Steigelfadbalm

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Artefakte der Höhle Steigelfadbalm

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Die Steigelfadbalm ist lange in der Forschung vergessen gegangen. Doch die Höhle ist eine wichtige eiszeitliche Fundstelle.

Grabungen durch Wilhelm Amrein von 1913-1937 brachten wichtige Kenntnisse zum Vorschein. Einige ausgegrabenen Steinartefakte können eindeutig als Werkzeuge der Neandertaler bestimmt werden. Das wichtigste Stück ist eine kleine aus Bergkristall gefertigte Spitze. Die dreieckige Spitze weist auf beiden Seiten eine recht grobe Bearbeitung auf. Vergleichbare Spitzen sind charakteristisch für das sogenannte Mittelpaläolithikum, die Zeit der Neandertaler zwischen ca. 300‘000 bis ca. 35‘000 Jahren vor heute. Diese Gesteinsart kommt lokal nicht vor und muss von den steinzeitlichen Bewohnern der Höhle eingebracht worden sein – zum Beispiel aus den Urner Alpen.

Dass Neandertaler in der Zentralschweiz heimisch waren, konnte somit erstmalig durch diese Fundstücke an der Rigi nachgewiesen werden.

Weitere Fundstücke, wie ein Messer aus Silex (Feuerstein) oder eine Pfeilspitze aus Bronze, sind Zeugen, dass auch in der Jungsteinzeit (5500 – 2000 v. Chr.) und der Bronzezeit (2200 – 800 v. Chr.) die Höhle Jägern Schutz geboten hat. Nebst menschlichen Zeugnissen gaben die Grabungen über 3000 Knochen und Knochenfragmente preis. 90% der Knochen stammen von Höhlenbären. Die Schädel sind nur mit Bruchstücken vertreten, zahlreich sind dagegen Unterkiefer sowie Eck-, Schneide- und Backenzähne. Es wird davon ausgegangen, dass sämtliche Teile eines Bärenskeletts gefunden werden konnte.

Der Höhlenbär war ein imposantes Tier: 1500 kg schwer mit einer Länge von ca. 3.5 m und Schulterhöhe bis zu 1.75 m. Er lebte zwischen 130‘000 und 20‘000 Jahren vor heute. Die Tiere starben vermutlich wegen des schwindenden Nahrungsangebots aus, als in der letzten Eiszeit ein Kältemaximum erreicht wurde.

Die Höhle ist auf einem Bergwanderweg ab Hinterbergen oder ab der Station Mittlerschwanden der Rigi Bahnen zu Fuss erreichbar. Eine Informationstafel vor Ort gibt archäologische Einblicke.

 

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